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Handy, schüttel dich

Der technische Fortschritt lässt sich nicht aufhalten – glaub ich zumindest.

Manche technischen Neuerungen finde ich ja auch genial, bei manch anderer frage ich mich regelmäßig, wer die zu welchem praktischen Nutzen eigentlich erfunden hat und was er sich dabei gedacht hat. Bestes Beispiel sind hier wohl Mobiltelefone, sprich: Handys. Vor 10 Jahren waren Handys noch grobe Bauklötze, mit denen man vor allem eins machen konnte: telefonieren.

SMS schreiben war damit natürlich auch schon möglich, aber wegen anderen Funktionen kaufte man eigentlich kein Handy. Dann kamen Spiele dazu. Von da an sah man noch mehr Junkies ständig an ihrem Telefon rumfummeln.

Als die ersten Kameras dann in Handys eingebaut wurden, habe ich mich gefragt: Wozu? Wie soll eine kleine Kamera ohne optischen Zoom und ohne die richtige Technik an die Qualität von Bildern einr guten analogen oder digitalen Kamera rankommen? Die Frage wurde mir bis heute nicht beantwortet und bis vor kurzem habe ich auch noch Wert darauf gelegt, dass mein Handy keine Kamera besitzt. Da Mobiltelefone ohne Kamera aber mitlerweile deutlich teurer oder deutlich hässlicher als ihre Geschwister mit Linse sind, konnte ich mich nun auch nicht mehr dagegen wehren. Ich habe diese Kamera bislang einmal benutzt, um sie auszuprobieren, war geschockt von dem Ergebnis und habe alle Schnellwahltasten mit anderen Funktionen belegt.

Handys, die einen MP3-Player oder auch ein UKW-Radio integriert haben, waren mir zuerst auch suspekt, aber nach einigen längeren Zugfahrten ohne was zu lesen und gähnender Langeweile verstehe ich diese Funktion sehr wohl und finde sie auch gut. Die Klangqualität kommt zwar nicht an die einer guten Stereoanlage ran, aber das muss man dabei in Kauf nehmen.

Jetzt hat mich neulich bei einer Fahrt in einer hannoverschen Stadtbahn aber die geballte Technikwut eines Mitbürgers mit seinem mobilen Endgerät getroffen – beinahe auch körperlich. Während ich nämlich gemütlich eine Zeitschrift las, hatte er Kopfhöhrer an seinen tragbaren Bildschirm mit Obstlogo angeschlossen und fing an irgendein Spiel zu spielen, bei dem er passend zur Musik irgendwelche Punkte auf dem Bildschirm berühren musste. Das störte mich erst mal überhaupt nicht. Musikhörende Handyjunkies, die womöglich parallel noch eine SMS schreiben, sind ja nun auch keine Seltenheit mehr und daran hat man sich in gewissen Maßen auch daran gewöhnt. Aber als mein Sitznachbar plötzlich anfing sein Handy nach links und rechts zu schleudern, war ich doch ziemlich irritiert. Ein kurzer Blick auf sein Display zeigte mir zumindest, dass das offensichtlich zum Spiel gehörte. Aber mal ehrlich: Zum einen sieht es extrem peinlich aus (zumal man auch auf irgendeine Muskelkrankheit tippen könnte) und andererseits ist dei Belästigung durch Mobiltelefone für die direkte Umgebung noch einmal gestiegen.

Also: wer in meiner Nähe sitzt kann von mir aus alles mit seinem Handy machen. Aber wer es mir um die Ohren schleudert und dann hinterher noch ein Foto machen will, der sollte danach sein Gerät sicher vor mir verwahren.

 

Veröffentlicht in Steinschlag

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