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Bruder-Liebe

Es gibt Familien, in denen ist das Zusammenleben nicht unbedingt einfach. In der einen Familie gibt es die alkoholsüchtige Mutter, in der nächsten den jähzornigen Vater. Und in wieder anderen Familien können sich die Geschwister nicht ausstehen. Liebe? Nun, die gibt es schon. Aber sie gerät bei solchen Familienverhältnissen schnell in Vergessenheit.

Das dramatische an solchen Familienverhältnissen ist, dass sie selten auffallen. Nach außen hin erscheint alles normal. Aber hinter den Kulissen brodelt es. Und auch Familien in christlichen Gemeinden sind davor nicht gefeit.

Der Wochenspruch weist uns aber auf etwas hin, dass dabei allzu schnell in Vergessenheit geraten kann:

Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.

1. Johannes 4,21

Wir können nicht Gott lieben, wenn wir unseren Bruder nicht lieben. Unsere Geschwister sind die Menschen, die wir eine lange Zeit unseres Lebens tagtäglich gesehen haben. Und zu denen wir eine besondere Beziehung haben – egal wie gut oder schlecht sie ist.

Im Vers vor unserem Wochenspruch finden wir eine kleine Erklärung zu diesem Gebot: Unsere Geschwister können wir sehen, Gott nicht. Wie kann es dann sein, dass wir Gott lieben wollen, unsere Geschwister aber nicht?

Wenn wir Gott lieben, können wir andere Menschen nicht hassen. Klingt eigentlich gar nicht so kompliziert, ist in der Realität aber häufig nicht einfach.


Im Rahmen meiner Tätigkeit als Mitglied des Kirchenvorstands gehört es auch zu meinen Aufgaben, regelmäßig die Gemeinde  im Gottesdienst zu begrüßen und dabei auf den Wochenspruch einzugehen. Der vorstehende Text ist eine leicht veränderte Variante meiner Begrüßung vom 20.10.2019, dem 18. Sonntag nach Trinitatis.

Veröffentlicht in Glaubensimpulse

Titelbild: © Ben Kerckx / Pixabay.com

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