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Das Glaube-Sieg-Problem

Der Wochenspruch für den 17. Sonntag nach Trinitatis steht im 1. Johannesbrief:

Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

1. Johannes 5,4c (Luther 2017)

In meiner Vorbereitung für den Gottesdienst hing ich lange an dem Begriff Sieg. Und war alles andere als glücklich damit.

Normalerweise kann ich mich auf meine erste Eingebung beim Wochenspruch verlassen. Aber ich kam einfach nicht los von dem Begriff „Sieg“, der in meinem Kopf jedes Mal mit den Begriffen „Krieg“ und „Sieg Heil“ vermischt wurde. Natürlich hätte ich nun etwas über Kriege erzählen können, aber in dem Vers geht es letztlich um den Glauben. Und um das, was der Glauben bewirkt.

Siegen kann man auch bei Spielen, wobei ich persönlich da eher von „gewinnen“ sprechen würde. Denn „Sieg“ klingt immer auch ein wenig nach „kämpfen“. Spiele haben aber häufig auch etwas mit „Glück“ zu tun. Beim Schachspiel hingegen fehlen beispielsweise sämtliche Zufallselemente wie Würfel oder Karten, man kann letztlich nur mit einer guten Taktik den Gegner besiegen – genau wie einen Krieg.

Wenn ich Probleme mit der Formulierung in einem Bibelvers habe, schaue ich häufig in anderen Übersetzungen und Übertragungen nach. Aber das half mir dieses Mal auch nicht weiter. Denn überall tauchte das Wort „Sieg“ wieder auf. Letztlich sah ich in der Volxbibel nach und fand dort eine Formulierung, mit der ich mehr anfangen konnte:

Dieser Glaube, den wir haben, bedeutet, dass uns alle Probleme der Welt nicht mehr von Gott wegbringen können.

1. Johannes 5,4c (Volxbibel)

Gott und der Glaube an Jesus Christus sind nicht die Antwort auf alle unsere Probleme. Aber wenn wir glauben, können uns all diese Probleme nicht mehr von Gott wegbringen. Wir besiegen alle Probleme, all das Schlechte auf dieser Welt, allein mit und durch unseren Glauben. Durch unseren Glauben sind wir Sieger.

Und es kann ein Kampf sein, diesen Glauben nicht zu verlieren. Aber auch bei diesem Kampf hilft uns Gott, damit wir als Sieger daraus hervorgehen.


Im Rahmen meiner Tätigkeit als Mitglied des Kirchenvorstands gehört es auch zu meinen Aufgaben, regelmäßig die Gemeinde  im Gottesdienst zu begrüßen und dabei auf den Wochenspruch einzugehen. Der vorstehende Text ist eine leicht veränderte Variante meiner Begrüßung vom 13.10.2019, dem 17. Sonntag nach Trinitatis.

Veröffentlicht in Glaubensimpulse

Titelbild: © Michal Jarmoluk / Pixabay.com

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