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Wenn das Alter zuschlägt

Ein Morgen wie jeder andere: Noch müde ins Bad torkeln, Toilette, Dusche, Anziehen, Kämmen, Brille putzen, Frühstück ma…

Stopp! Bitte einmal zurückspulen.

…am kcütshürF ,neztup ellirB, nemmäK ,neheiznA

Und noch einmal vorwärts.

Anziehen, Kämmen,

Stopp! Genau darum geht es. Nein, also jetzt nicht direkt ums Kämmen, sondern um das Gekämmte. Und nein, in diesem Beitrag geht es nicht um die neusten Frisur-Trends. Sondern um Haare.

Dieser Beitrag wird folglich eine haarige Angelegenheit. Quasi ein Text zum Haare raufen. Aber ganz ohne Suppe (und das darin enthaltene Haar). Genug der Wortspiele, weiter im Text:

Mein Morgen war also eigentlich wie jeder andere. Bis zu dem Zeitpunkt, an welchem ich mich um meine Haare kümmern wollte. Denn beim Kämmen fiel mir etwas auf, dass ich so vorher noch nicht gesehen hatte. Zwischen meinen schönen, braunen Haaren leuchtete an ein paar Stellen eine völlig andere Farbe auf.

Mein erster Gedanke war: „Ist ja lustig, wie unterschiedlich die Haare im Licht schimmern.“

Mein zweiter Gedanke war: „Moment, dass sieht nicht aus wie das normale schimmern.“

Mein dritter Gedanke war: „Oh, ich glaub, ich werde alt.“

Tatsächlich entdeckte ich an mehreren Stellen teilweise oder vollständig entfärbte Haare. Sie leuchteten mir in einem strahlendem Grau-Weiß entgegen. Und mir wurde klar, dass das nicht einfach nur ein seltsam schimmermendes Haar ist und auch kein (wie auch immer dahin gelangter) heller Faden ist. Nein, offensichtlich ergraue ich bereits mit Anfang 30.

Nun, schlimm finde ich das nicht. Allerdings hatte ich schon ein wenig gehofft, nicht ganz so früh die Farbe auf dem Kopf zu verlieren.

Die erste Reaktion meiner Frau war übrigens: „Und? Besorgst du dir jetzt ein Färbemittel?“

Nein, das werde ich bestimmt nicht tun. Warum sollte ich auch? Graue Haare sind ja nun erst einmal nichts schlechtes. Sie lassen einen nicht älter, sondern reifer aussehen. (Wenn man sich den letzten Satz oft genug einredet, dann glaubt man ihn auch irgendwann.)

Das ist wie bei Autos, Käse und Kunst: Vieles davon wird besser bzw. wertvoller, wenn es älter wird. Oder aber auch alte Bücher: Büchern sieht man ihr Alter häufig deutlich an und je gebrauchter ein altes Buch aussieht, desto besser ist meistens der Inhalt. Mein Marktwert erhöht sich also gerade – ich weiß nur noch nicht, auf welchem Markt eigentlich.

Aber graue Haare zeigen auch: Ab sofort erinnert einen das Spiegelbild jeden Tag daran, dass man älter wird. Auch das ist nicht schlimm, kann sich aber je nach Ego negativ auswirken. Solange ich keinen Gehstock brauche, keine Pillendose besitze und noch keine Enkel habe, bin ich nicht alt. Punkt. (Auch so ein Satz, der durch stete Wiederholung ins eigene Unterbewusstsein eindringen kann.)

Übrigens: Eine spätere Kontrolle der Haare offenbarte, dass man diese einzelnen grauen Dinger kaum sieht, solange die Haare trocken sind. Öffentliches Haarewaschen und Schwimmbad-Besuche stehen folglich zukünftig unter dem Damokles-Schwert der zu erkennenden Alterung. Solange diesen Artikel nicht allzu viele Menschen lesen, weiß also niemand davon.

Veröffentlicht in Steinschlag

Titelbild: © jarmoluk / Pixabay.com

Ein Kommentar

  1. Peter Peter

    1. sehr schön geschrieben!!
    2. Ich kenne Menschen, die Mitte 20 waren, als sie zu ergrauen begannen.
    3. Ich kann das bestens nachvollziehen, muss nicht mal mehr danach suchen, aber ich bin ja auch schon Mitte 50 🙂

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