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Warum ich nicht auf Facebook zum Geburtstag gratuliere

Als leidenschaftlicher Werbe-Fuzzi der jüngeren Generation bin ich natürlich auf diversen sozialen Plattformen und Netzwerken angemeldet. Auf manchen bin ich sehr aktiv, auf manchen so überhaupt nicht.

Anfangs waren es nur ICQ und StudiVZ – ersteres, weil das irgendwie jeder hatte, zweiteres aus einem ähnlichen Grund. Aber auch aus Neugierde über diese neue Art der Selbstdarstellung, Vernetzung und Kommunikation. Etwas später schrumpfte meine ICQ-Kontaktliste deutlich und so meldete auch ich mich dort wieder ab. Über StudiVZ bzw. MeinVZ, zu welchem ich mich als Nicht-Student irgendwann bewegen sollte/durfte kursierten zudem Geschichten, dass die Plattform bei einem gewissen „Facebook“ abgeguckt worden sei. Und da ich so etwas gern selbst überprüfe, habe ich mich auch dort angemeldet. (Ja, irgendwie sahen beide Plattformen gleich aus. Die eine war nur rot/orange und die andere blau…)

Da die Möglichkeiten der Vernetzung bei Facebook besser waren und diese zudem um interessante Dinge wie Spiele, Seiten u.ä. ergänzt wurden, wurde ich dort schnell aktiver und schloss auch meinen VZ-Account irgendwann. Später kamen dann noch Xing, Google+, LinkedIn, Twitter, Instagram, WhatsApp, Threema und viele weitere mehr dazu. Bei einigen bin ich noch immer angemeldet, bei anderen nicht. Und mein Engagement ist auf jeder Plattform anders ausgeprägt.

Was ich besonders toll fand: Facebook erinnerte mich an die Geburtstage meiner Freunde. So konnte ich keinen mehr vergessen und jedem gratulieren. Und das wurde irgendwann zum Problem. Denn irgendwann war es nur noch eine Verpflichtung, jemanden zum Geburtstag zu gratulieren. Und irgendwie musste man das dann ja auch bei jedem machen – selektieren kam für mich nicht in Frage. Und bei derzeit 261 mit mir vernetzten Personen (wirkliche „Freunde“ sind das ja nicht alles) hat man da schon einiges zu tippen. OK, man kann immer den gleichen Text nehmen und einfügen, das kam mir aber irgendwie auch falsch vor, weil es doch ziemlich unpersönlich ist.

Also beschloss ich irgendwann aus einer Laune heraus, auf Facebook einfach niemandem mehr zum Geburtstag zu gratulieren. Statt dessen nahm ich mir vor, allen Menschen, die mir wichtig sind, eine Karte zum Geburtstag zu schicken – so richtig schön analog: handgeschrieben und mit Liebe frankiert in den Briefkasten geworfen.

Ob das meinen „Freunden“ auf Facebook aufgefallen ist? Keine Ahnung. Ich freue mich zwar auch, wenn mir an meinem Geburtstag Menschen über Facebook & Co. gratulieren, mit denen ich sonst eigentlich kaum Kontakt habe, bislang habe ich aber meine Entscheidung, dies nicht zu erwidern, nicht bereut. Denn sie erspart mir viel Stress und den albernen Druck, das unbedingt noch machen zu müssen, bevor der Tag zu Ende ist.

Und ich bekomme auch etwas zurück: Auf jede geschriebene Karte folgt ein herzliches Dankeschön – sei es persönlich, telefonisch oder auch wiederum schriftlich. Das ist nicht nur schön, sondern sorgt auch dafür, dass man ernsthaft in Kontakt bleibt. Und das ist es mir wert.

Veröffentlicht in Steinschlag

Titelbild: © Pexels / pixabay.com

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