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Spaßfrei Richtung Weihnachten

Nein, es ist nicht nur eine große Freude, ein Musical zu schreiben. Als die Texte so aus mir rausflossen, hatte ich großen Spaß. Als mir mehr und mehr Melodien für die Lieder einfielen, war ich teils begeistert von dem, was ich da zu Papier brachte. Aber dann hörte der Spaß auf und es folgte die große Ernüchterung.

Als ich realisierte, dass es nicht ausreichte, mir Melodien für acht Musical-Lieder auszudenken, sondern nun auch noch diverse Melodien für die Arrangements der Begleitinstrumente brauchte, war ich nicht unbedingt begeistert, aber immerhin noch einigermaßen motiviert. Und an meinen Zeitplan glaubte ich auch weiterhin: Im Laufe der Sommerferien (also bis Anfang August) sollten alle Texte und Noten fertig sein.

Bei ungefähr der Hälfte der Lieder waren die Arrangements keine große Sache. Denn bei ihnen hatte ich bereits während des Komponierens der eigentlichen Melodie ein paar Ideen für die Begleitung gehabt. Das musste nun nur noch zusammengeführt und auf verschiedene Instrumente aufgeteilt werden. Mit der Zeit aber wurde das Arrangieren immer zäher. Erst hatte ich keine Ideen mehr, dann kamen mir Ideen, die so nicht realisierbar waren und am Ende saß ich etwas frustriert vor dem Keyboard in meinem Büro und wusste nicht weiter.

Um überhaupt vorwärts zu kommen, beschloss ich, mir von der Begleitautomatik des Keyboards ein paar Schlagzeug-Pattern vorspielen zu lassen, um wenigstens schon einmal den richtigen Beat in die Lieder zu bekommen. Etwas lustlos und unmotiviert drückte ich dazu ein paar Akkorde und das Keyboard lies Synthesizer, Gitarren, Streicher und Bläser erklingen. Ich klickte mich durch die verschiedenen Stile und Rhythmen und wurde plötzlich hellhörig: Dass, was das Keyboard da gerade als Intro zu seiner Begleitautomatik vorgespielt hatte, könnte doch zu eben jenem Lied passen, bei dem ich gerad nicht weiterkam. Ich ließ das Keyboard die betreffende Stelle noch einmal spielen und noch einmal und noch einmal. Anschließend versuchte ich, das Gehörte nachzuspielen, veränderte ein wenig was am Rhythmus und der Melodie und hatte nach ein paar Minuten das Vorspiel zusammen. Die Übertragung auf die einzelnen Instrumente war dann nur noch Formsache.

Dieses Vorgehen half mir auch noch bei einem weiteren Lied, bei anderen Liedern passte aber nichts so richtig zum Charakter und zur Melodie. Und so waren die letzten zwei Lieder eine anstrengende, langwierige Angelegenheit. Als auch diese fertig waren freute ich mich solange, bis mir einfiel, dass ja auch noch eine Art Ouvertüre benötigt wurde und ich an einer Stelle im Text eine Zwischenmusik eingeplant hatte. Also wieder zurück ans Klavier bzw. Keyboard und noch einmal versuchen, aus den letzten Resten Kreativität Töne, Melodien und Arrangements zu formen.

Nein, es ist wirklich nicht nur Spaß, ein Weihnachtsmusical zu schreiben. Es ist teilweise harte Arbeit, bei der man zu keinem Zeitpunkt weiß, ob die aufgeschriebenen Texte und Noten am Ende auch genau so funktionieren und umgesetzt werden können, wie man sich das zum Zeitpunkt der Erstellung vorgestellt hat.


In dieser Reihe berichte ich vom Entstehen des Weihnachtsmusicals „Auf dem Weg zum Stall“ – von der ersten Idee bis hin zur Uraufführung. Weitere Informationen zu dem Musical finden sich auch unter www.felsenmusik.de.

Veröffentlicht in Auf dem Weg zum Stall

Titelbild: © Sebastian Stein

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