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Lieber Gruß

Stellen Sie sich vor, Sie schreiben einen Brief oder eine E-Mail. Nachdem Sie alles notiert haben, was sie sagen wollten, kommen Sie zur Schlussfloskel, zum abschließenden Gruß. Was schreiben Sie?

Nun, das hängt doch vom Empfänger ab, werden jetzt einige einwenden. Richtig. Bei Familienangehörigen und Freunden wähle ich meistens eine herzliche Formel wie „Viele liebe Grüße“ oder auch (gerade in Corona-Zeiten) „Fühl dich umarmt“. Das würde ich bei der Hausratversicherung oder meinem Arbeitgeber vermutlich nicht tun, sondern auf allgemeine Formulierungen zurückgreifen wie „Mit freundlichen Grüßen“. Letztlich setze ich meistens nur ein eingeschränktes Repertoire an Gruß-Formeln ein und bin damit vermutlich nicht alleine.

Ein Gruß von Paulus

Selbst Paulus schließt fast jeden seiner Briefe mit „Die Gnade sei mit euch!“ oder einer Abwandlung hiervon. Die längste dieser Formulierungen findet sich im Wochenspruch für den Sonntag Trinitatis:

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.

2. Korinther 13,13

Ich habe kurz überlegt, wie das wohl wäre, wenn ich meine Korrespondenz mit diesem Gruß beenden würde. Vermutlich würden sich viele Empfänger fragen, was das denn soll. Aber damit hätte ich ja bereits etwas erreicht: Sie machen sich Gedanken über den Glauben.

Glaube ist eine private und gleichzeitig öffentliche Angelegenheit. Denn wenn wir unser Glaubensleben nur auf den sonntäglichen Gottesdienst, den Esstisch und den Fisch-Aufkleber am Auto beschränken, nimmt uns doch niemand ab, dass der Glaube an Jesus Christus die großartigste Sache der Welt ist.

Warum also nicht einfach jeden Brief und jede E-Mail mal mit einem Segenswort beschließen? Das kann eine persönliche Formulierung sein oder aber ein Vers aus der Bibel. Ich habe mir vorgenommen, das einmal auszuprobieren.


Im Rahmen meiner Tätigkeit als Mitglied des Kirchenvorstands der ev.-luth. Elia-Kirchengemeinde gehört es auch zu meinen Aufgaben, regelmäßig die Gemeinde  im Gottesdienst zu begrüßen und dabei auf den Wochenspruch einzugehen. Der vorstehende Text ist eine leicht veränderte Variante meiner Begrüßung vom 07.06.2020, dem Sonntag Trinitatis.

Veröffentlicht in Glaubensimpulse

Titelbild: © Monika Robak / Pixabay.com

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