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Dieses Buch hätte ich nicht lesen sollen!

Das Leben eines Bloggers ist nicht leicht: Ständig ist man auf der Suche nach guten, unterhaltsamen Themen. Wenn man denn welche gefunden hat, muss man versuchen, die Inhalte ansprechend zu Papier zu bringen. Oder halt auf den Bildschirm. „Storytelling“ nennt das der Experte.

Wenn einem nichts einfällt, dann ist halt mal eine Zeitlang Ruhe im Blog – die Leser dieses Blogs kennen das ja schon. In dieser stillen Zeit liest der Blogger dann eventuell selbst ganz viel und kommt auf neue Ideen.

Im Rahmen einer Fortbildung hatte ich neulich ein Buch in der Hand, das ich beim Lesen bereits gleichermaßen geliebt und gehasst habe.

Ich nehme aktuell an einem „Studiengang Öffentlichkeitsarbeit“ der Evangelischen Medienakademie in Hamburg teil. Sehr interessante Themen, tolle Referenten, viele Buchempfehlungen. Da natürlich nicht jeder jedes Buch lesen kann, gibt es regelmäßig Buchvorstellungen: Ein Teilnehmer liest ein Buch und erklärt den anderen Menschen im Studiengang, um was es darin geht. Ich hatte mir das Buch „Tell me! – Wie Sie mit Storytelling überzeugen“ von Thomas Pyczak ausgesucht und handelte mir damit gleich mehrere Probleme ein.

Problem 1: Es ist ein Sachbuch

Während meines recht erfolglosen, drei Semester währenden Ausflugs in die schöne Welt der Rechtswissenschaften hatte ich alle möglichen Sach- und Fachbücher zu lesen. Als leidenschaftlicher Verbraucher von bedrucktem Papier war ich damals zu Beginn hochmotiviert.

Aber bereits nach kurzer Zeit gab ich auf. Die Bücher waren totlangweilig geschrieben. Hinzu kam, dass man sich all diese Inhalte auch noch nahezu komplett merken sollte. Denn in Klausuren musste man all dieses Wissen auf Abruf parat haben.

Meine Motivation, ein Sachbuch für meinen Studiengang zu lesen, hielt sich folglich in Grenzen. Mich trieb lediglich an, dass ich den Studiengang freiwillig zur persönlichen Fortbildung absolviere und das Thema des Buches interessant fand.

Nach ein paar Seiten merkte ich aber, dass ich der glamourösen Welt der Sachbücher seit meinem Studium wohl unrecht getan hatte. Anscheinend gibt es da doch mehr, als nur die mir bis zu diesem Zeitpunkt bekannten, langweiligen Vertreter ihrer Gattung. Es gibt auch wirklich abwechslunsreiche, unterhaltsam geschriebene und gleichzeitig viel Wissen vermittelnde Bücher.

Als ich fertig war, war ich nahezu verleitet, ein weiteres Sachbuch zu lesen. Vielleicht im Sommer, wenn ich dabei wieder auf der Terasse sitzen kann…

Problem 2: Es ist ein gutes Sachbuch

Auf nahezu jeder Seite dieses großartigen Buches über das Storytelling entdeckte ich neues oder aber in Vergessenheit geratenes Wissen. Bei vielen der Themen dachte ich: „Ja, das kannst du da und dort anwenden.“ oder „Oh, das ist für die spätere Präsentation wichtig.“

In der Folge wurden die kleinen bunten Klebezettel am oberen Rand des Buches immer umfangreicher. Sie markierten besonders wichtige oder merkenswerte Inhalte, Grafiken oder gute Beispielgeschichten. Manch einem Satz oder Absatz wurde die Ehre zuteil, von einem Textmarker bemalt zu werden. Kurz: Ich war ich begeistert ob all dieser neuen Erkenntnisse.

Für die Präsentation im Studiengang hatte ich am Ende viel zu viel Inhalt. Wie soll man ein gutes, über 300 Seiten starkes Sachbuch mit komprimiertem, intensiven Wissen auch in nur 15 Minuten vorstellen? Gemeinsam mit einem anderen Studienteilnehmer entwickelte ich eine relativ interaktive Präsentation, die Einblicke in das Buch und verschiedene Storytelling-Techniken gab.

Problem 3: Es ist ein zu gutes Sachbuch

Erinnern Sie sich an den Anfang dieses Artikels, werter Leser? NEIN, jetzt nicht nach oben scrollen und noch einmal nachlesen. Ich gebe Ihnen eine kurze Zusammenfassung: Es ging darum, dass auch ein Blogger manchmal nicht weiß, über was er schreiben kann, einfach ein Buch liest und dann vielleicht wieder neue Ideen hat.

Dann legt der Blogger aber ein Sachbuch über Storytelling aus der Hand, öffnet seinen Blog und hat beim Anblick vieler (vor allem älterer) Texte das dringende Bedürfnis, alles zu überarbeiten. Sollte es also hier auch weiterhin etwas ruhiger sein, liegt das vielleicht einfach nur daran, dass ich versuche, bereits existierende Texte (noch) ansprechender zu formulieren.

Schönen Dank auch, Thomas Pyczak.


Das Buch „Tell me! – Wie Sie mit Storytelling überzeugen“ von Thomas Pyczak ist im Verlag Rheinwerk Computing erschienen und im Buchhandel sowie online erhältlich.

Für Katrin Klemm, die Referentin beim Studiengang zum Thema Storytelling war, habe ich auf Basis der oben erwähnten Präsentation auch noch eine „normale“ Buchvorstellung geschrieben, die sie in ihrem Blog veröffentlicht hat.

Veröffentlicht in Bücher

Bildquellen

  • aufgeschlagenes Buch: Anastasia Zhenina / Unsplash

Ein Kommentar

  1. Hallo Sebastian, von wegen „normale“ Buchvorstellung – mich hattest du nach 30 Sekunden überzeugt, als du deine erste Story „mal eben so“ erzählt hast. Großartig und herzlichen Dank für deinen Gastbeitrag.

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