Was mal gesagt werden muss

28. August 2015

Vor einigen Monaten, als bereits regelmäßig Boote mit Flüchtlingen auf dem Mittelmeer sanken und Unzählige zu Tode kamen, da waren all diese Nachrichten irgendwie noch weit weg von Deutschland und somit weit weg von mir. Ja, auch ich habe traurig die Bilder angesehen, auf denen verzweifelte Menschen versuchten, irgendwie ein besseres Leben zu finden und dabei selbiges aufs Spiel setzten. Aber dennoch: Das war alles so weit weg…

Irgendwann kamen erste Flüchtlinge aus diesen Booten nach Deutschland und die Flüchtlingsheime füllten sich langsam. Das unwürdige Gerangel innerhalb der EU, wer denn nun wieviele Flüchtlinge aufnehmen müsse, hat man am Besten einfach nur ignoriert.

Irgendwann kamen aber immer mehr Flüchtlinge. Und irgendwann begann auf einmal eine kleine, fiese, arrogante und unterbelichtete Minderheit, Flüchtlingsheime mit Brandanschlägen zu übersehen. Es ist vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis dabei auch Menschen zu schaden kommen – leider. Diese Anschläge waren nur vereinzelt; noch bestand Hoffnung, dass sich diese Geschichte irgendwie von selbst erledigt.

Aber leider vergeht aktuell kein Morgen, an dem man nicht von einem Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim lesen muss. Es macht einen wütend, fassungslos und traurig zugleich.

Dieser Tweet ist nur drei Tage alt und auch ich habe gedacht: Ja, das wäre schön! Und um die Frage innerhalb des Tweets zu beantworten: Nein, es geht anscheinend nicht. Jeden Morgen findet man wieder Meldungen von brennenden Häusern und Protesten „besorgter Bürger“. Von den verachtenswerten Äußerungen im großen weiten Internet mal ganz zu schweigen.

Mittlerweile ist das alles gar nicht mehr so weit weg. Ganz im Gegenteil: Es passiert alles direkt vor unserer Haustür. Und es gibt nur eines, was man gegen diesen feigen und armseligen Mob tun kann, der irgendwie die illusorische Vorstellung hat, mit so einem Verhalten Deutschland verbessern zu können: Ignorieren. Einfach komplett links rechts liegen lassen und nicht auf Provokationen eingehen. Argumente helfen da sowieso nicht.

Und auf der Gegenseite sich für die Menschen einsetzen, die unsere Hilfe suchen und brauchen. Das geht auf vielerlei Weise und man muss dafür nicht einmal viel tun. Einfach mal das Internet bemühen: Egal ob Sachspenden, finanzielle Unterstützung oder praktische Hilfe – hauptsache man tut etwas und zeigt der Welt, dass Deutschland eben nicht nur aus dummen Menschen besteht, sondern aus Menschen mit Herz und Verstand.

Das musste einfach mal gesagt werden…

P.S.: Wer unkompliziert Geld spenden will, der findet hier vielleicht eine (von vielen) Möglichkeiten:
https://www.betterplace.org/de/fundraising-events/bloggerfuerfluechtlingei
#bloggerfuerfluechtlinge

Veröffentlicht in der Kategorie Steinschlag. | Schlagwörter: , , , , , ,

Sebastian

Über Sebastian bzw. "Ich über mich":

Seit 2007 schreibe ich an diesem Blog - mal mehr, mal weniger konsequent. Ich bin Christ, Familienvater (1 Frau, 3 Söhne) und mache beruflich "irgendwas mit Medien" im sozialen Bereich.

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