Ja, ich gebe es zu: Ich trinke wirklich jeden Tag Milch. Und da Milch ja nun einmal ein Vielfaches dessen kostet, was man für eine Flasche Wasser auf den Tisch legen muss, freue ich mich auch immer, wenn ich Milch mal im Angebot etwass billiger bekomme. Aber als aufgeklärter Mensch weiß ich auch, dass von meinem Michgeld, wie man es ja in der Grundschule noch so schön nannte, auch ein paar Menschen leben müssen – und natürlich auch ein paar Kühe.

Den auch eine Kuh lebt nicht allein von der Liebe ihres Bauern. Oder anders gesagt: Wenn der Bauer überlegen muss, ob er zuerst seine Kuh oder sich selbst füttert, für den anderen danach aber nichts mehr übrig ist, dann stimmt doch im System etwas nicht.

Na gut, eventuell hat der Bauer schlecht gewirtschaftet, so dass er ganz allein die Schuld daran trägt. Aber bei der aktuellen Entwicklung der Milchpreise vergeht selbst mir die Lust auf Milch. Wie die ARD berichtet, sollen jetzt viele Discounter und Supermärkte die Preise für Milch drastisch reduziert haben – um ganze sieben Cent. Die Summe klingt im Hinblick auf kriselnde Banken und Autobauer mit Milliarden-Verlusten eher lachhaft, aber wenn man das mal in Relation setzt, ist dies eine Preissenkung von 13%. Mir ist es bei der Milch selbst noch gar nicht aufgefallen. Aber auch ich habe schon vorm Kühlregal gestanden und mich über gefallene Preise für Sahne gewundert.

Nur was kann man tun gegen eine solche Preispolitik, wenn man den eigentlichen Erzeuger unterstützen will. Denn schließlich geben die Molkereien aufgrund niedrigerer Verkaufserlöse den Bauern auch weniger Geld für die Rohmilch. Sicher, es gibt auch teurere Angebote, als die billige Hausmarke der Supermärkte. Nur bezweifele ich einfach mal, dass hier der Mehrpreis zum Bauern wandert – viel mehr bezahlt man hier dann wohl die Markennamen mit. Da vertraue ich schon eher solchen Angeboten, bei denen man 10 Cent je Liter mehr bezahlen soll, die dann angeblich direkt an den Erzeuger fließen. Ich weiß zwar nicht ob das stimmt, aber man hat dabei wenigstens ein gutes Gefühl.

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Sebastian

Über Sebastian bzw. "Ich über mich":

Seit 2007 schreibe ich an diesem Blog - mal mehr, mal weniger konsequent. Ich bin Christ, Familienvater (1 Frau, 3 Söhne) und mache beruflich "irgendwas mit Medien" im sozialen Bereich.

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